Stahlpreisentwicklung:

 



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Immer wieder aktuell: Stahlpreisentwicklung

Stahl als wichtigster industrieller Rohstoff unterliegt ständigen Preisschwankungen. Was sind aber die Gründe für diese Preisschwankungen und wie wirken sie sich auf unsere Mitglieder aus?

Steigende Stahlpreise betreffen nicht nur das Baugewerbe, sondern auch andere Hauptstahlverbraucher wie den Maschinenbau und die Autoindustrie.

Nach dem Tiefstand im März 2009 (nach den jeweils sprunghaften Anstiegen in den Jahren 2004, 2006 und 2007) ist nunmehr wieder ein kontinuierlicher Anstieg der Stahlpreise zu verzeichnen. Seit Januar 2010 kam es zu Preisschwankungen, wobei aber ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen ist. Im Zeitraum Dezember 2010 bis Anfang Mai 2011 hat sich der Grundpreis für Stabstahl um über 20 % erhöht. Langfristig ist davon auszugehen, dass er sich auf einem hohen Niveau einpendeln wird. Wie gesagt, es ist davon auszugehen. Garantien gibt es bei der Stahlpreisenwicklung keine – man denke an das Jahr 2008, als der Stahlpreis plötzlich ein Rekordnivea erreichte.

Ursachen

steigende Rohstoffkosten
Der Hauptgrund für die derzeit tendenziell steigenden Stahlpreise sind die anhaltend steigenden Rohstoffpreise. Insbesondere durch Naturkatastrophen kommt es immer wieder zu geringeren Produktionsmengen.

Angebot und Nachfrage
Wie jeder Preis ist auch der Stahlpreis nachfrageinduziert. Aufgrund des stetigen Anstiegs des Stahlpreises kommt es derzeit vermehrt zu einem Lageraufbau. Zudem steigt die Nachfrage nach Stahl aus dem Baugewerbe und werden insbesondere von China große Mengen eingekauft, um stahlintensive Infrastrukturprojekte durchführen zu können.
Da somit die Nachfrage das Angebot übersteigt, hat dies einen direkten Einfluss auf den Stahlpreis, dh dieser erhöht sich.

Schrottpreisentwicklung
Ein weiterer – nicht zu vernachlässigender – Faktor ist die Schrottpreisentwicklung. Nach dem Tiefpunkt Ende 2008 ist der Schrottpreis seit Anfang 2010 wieder stark gestiegen. Es ist absehbar, dass der Schrottpreis mittelfristig nicht wieder sinken wird oder gar auf das Niveau von Ende 2008 zurückgehen wird; der Schrottpreis wird – höchstwahrscheinlich – mittelfristig hoch bleiben. Dies liegt auch daran, dass krisenbedingt weniger Schrott anfiel und der anfallende Schrott großteils ins Ausland (insbesondere in Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei) verkauft wurde. Darüber hinaus steigt der Schrottpreis erfahrungsgemäß im Frühjahr.

Zusammengefasst wird der Stahlpreis von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst und ist deren Zusammenwirken nicht vorhersehbar.

Auswirkungen

Bedingt durch die steigende Nachfrage kommt es zu Lieferengpässen im Bereich Stabstahl. Stahlhütten offerieren zudem derzeit tagesaktuelle Preise und sind zu keiner Preisbindung zu bewegen.
Durch die allgemeine Materialknappheit wird es für die Mitglieder des VÖBV zusehends schwieriger und teils sogar unmöglich, die laufende Baustellen mit Stahl zu versorgen. Sollte der Stahlpreis noch weiter steigen, könnte dies Armierungsbetriebe in den Ruin treiben.

Was können wir tun?

Da eine Vielzahl von Faktoren Einfluss auf den Stahlpreis hat und dieser damit faktisch unberechenbar ist, liegt es am VÖBV und seinen Mitgliedern, darauf zu reagieren. Vor allem ist es wichtig, die Öffentlichkeit vermehrt auf die steigenden Stahlpreise aufmerksam zu machen. Diesbezügliche Schritte werden vom VÖBV bereits vorbereitet.

Es kann daher allen Auftraggebern unserer Mitglieder und allen betroffenen Kalkulanten nur zu frühestmöglicher Kontaktaufnahme geraten werden, um eine sichere und kostengünstige Versorgung mit Bewehrungsprodukten zu gewährleisten, zumal die jüngsten Entwicklungen darauf hindeuten, dass kein Ende der Teuerungen in Sicht ist.

Jedenfalls werden wir weiterhin bemüht sein, Sie über die künftige Entwicklung der Betonstahlpreise auf dem Laufenden zu halten...

Ihr Franz Saringer, Präsident VÖBV